Jahreskonzept für 2019

Connect-reflect-adapt

Nachdem in diesem Jahr verhandelt wurde, wie schnell Zukunftsideen uns eingeholt haben und zu unserem Alltag geworden sind, stellt sich uns für das kommende Jahr die Frage: Wie sieht diese Gegenwart eigentlich konkret aus? Digital vernetzt ist unsere Kommunikation unter- und miteinander schnelllebiger und flexibler denn je. Gleichzeitig sind diese Prozesse undurchsichtig; Systeme, die unsere Daten speichern und weiterleiten, sind kaum zu durchdringen und Räume, die sich in diesem System ergeben, eigentlich nicht nachvollziehbar.

Parallel zu dieser digitalen Welt, die wir täglich nutzen und in der wir uns routiniert bewegen ohne die Wege wirklich zu kennen, verändert sich aber auch unsere gelebte Umwelt. Kulturelle Vielfalt erweitert die Perspektiven auf gesellschaftliche wie private Themenfelder, technische Möglichkeiten strukturieren nicht nur den urbanen Raum, sondern ebenso Natur und Naturerfahrung und damit auch die Art der Nutzung dieser Räume. Außerdem verändert sich darüber ebenso unser Denken über Körperlichkeit und Natürlichkeit. Alles muss besser werden! Unser Konsumverhalten und „urbaner Lifestyle“ lassen zunehmend Fragen zu Nachhaltigkeit und ethischer Vertretbarkeit unseres Handelns laut werden. Daraus resultierende alternative Lebensweisen sind aber oft ambivalente Scheinkonstrukte, die eigentlich vielmehr auf die individuelle Selbstoptimierung abzielen, als auf kollektive Veränderung.

Konsum – Körper – Ware – Stadtraum – Gestern und Heute – Kommunikation sind vermutlich die Schlagworte, die die Inhalte unseres Ausstellungsjahres am kürzesten fassen.

Im Ausstellungsjahr 2019 versuchen wir unterschiedliche Perspektiven auf Themenfelder, die unsere Gesellschaft – und eben auch Künstler*innen unserer Gesellschaft – beschäftigen zu beleuchten. Die Zusammenstellungen der einzelnen Ausstellungen sollen mal stark kontrastierende Arbeitsweisen, mal stringente Reihen unterschiedlicher Inhalte zeigen. Wie werden die oben genannten Themen in der zeitgenössischen Kunst reflektiert, Problematiken sichtbar gemacht und Veränderungen adaptiert, damit Neues entsteht?