Joining the Dots - VERSCHOBEN!

Eigentlich hätten wir am 24.04.2020 die Ausstellung „Joining the Dots“ mit Arbeiten von Jonathan Esperester, Matthew Partridge und Ingrid Rodewald eröffnet. Corona-bedingt kann diese Ausstellung nicht stattfinden, wir bemühen uns aber um einen Ersatztermin und halten Euch auf dem Laufenden!

„Joining the Dots“ bezeichnet jene kindliche Praxis, einzelne Punkte so miteinander zu verbinden, dass aus den Verbindungslinien die Konturen von Tieren, Figuren oder Dingen entstehen. Auch Jonathan Esperester, Matthew Partridge und Ingrid Rodewald nutzen jenes Prinzip, um einzelne Fragmente aus privaten und individuellen Eindrücken, Assoziationen und Erinnerungen in ihren Werken zu neuen, schwer greif- oder benennbaren Bildern zusammenzusetzen und in einem großen Ganzen aufgehen zu lassen. Alle Werke haben dabei etwas seltsam fragiles, so können wir als Betrachtende doch nicht immer sicher sagen, welche Punkte die einzelnen Fragmente markieren, die sich hier zu einer Erzählung formieren. Uns wird Raum gelassen, unsere eigenen Assoziationen in die Werke einfließen zu lassen.

Ausgangspunkt der Arbeiten von Matthew Partridge sind Fotografien, die er ohne vorherigen Plan spontan beim Flanieren aufnimmt. Intuitiv lässt er sich von seltsam, poetisch, dramatisch oder intim erscheinenden Situationen inspirieren, die er fotografisch festhält. Erst lange Zeit nach der Entstehung der Fotos werden diese wieder von ihm angeschaut, neu angeordnet und zusammengestellt. Die Spuren erlebter Geschichten und die Assoziationen, die durch sie geweckt werden, fügen sich zu neuen Erzählungen zusammen und bieten Anhaltspunkte für eigene Erinnerungen.
Eine ähnliche Arbeitsweise zeichnet auch die künstlerische Praxis von Jonathan Esperester aus, der sich selbst einen „modernen Geschichtenerzähler“ nennt. Allerdings bedient er sich den Mitteln der klassischen Malerei, um aus seinem privaten Bildarchiv aus drei Generationen Momente, Figuren, Farben oder Muster herauszusuchen, die er collagenhaft in seinen Malereien miteinander verbindet. Für „Joining the Dots“ baut er ein Puppentheater seiner Kindheit in Übergröße nach, setzt reale Orte aus der Vergangenheit sowie Gegenwart als Hintergründe ein und verfolgt damit den Ansatz, das Bild im Raum zu verorten und buchstäblich zugänglich zu machen.
Einen ganz anderen und doch ähnlichen Erfahrungsraum bietet uns Ingrid Rodewald in ihren großformatigen Collagen: Aus druckfrischen Werbeplakaten formt sie aus vielen einzelnen Teilen neue Landschaften und fiktive Architekturen, die den Betrachter*innen als Projektionsfläche eigener Erinnerungen dienen können. Immer wieder ertappen wir uns dabei, uns zu fragen, wo wir das Gesehene verorten können – waren wir selbst schon einmal da?

Jonathan Esperester

*1992 in Datteln
Studium der freien Kunst an der HfbK Hamburg sowie der Malerei an der HAW Hamburg
Lebt und arbeitet in Hamburg

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2018 Kunst gegen Rechts, Vreden
  • 2018 Millerntor Gallery #8, Hamburg

https://www.jonathanesperester.de/

Ingrid Rodewald

*1972
Studium der Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
Lebt und arbeitet in Straßburg und Karlsruhe

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2019 Chemin d'art..., Wissembourg (Frankreich)
  • 2019 Architekturtage, Straßburg (Frankreich)
  • 2018 Conseill de l'europe, Straßburg (Frankreich)
  • 2017 Centre Miró, Mont Roig (Spanien)

https://ingridrodewald.jimdofree.com/zur-person/

Matthew Partridge

*1955 in London
Studium der europäischen Literatur in Cambridge, Vereinigtes Königreich
Lebt und arbeitet als Künstler, Musiker und Übersetzer in Hamburg

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2017 Viennese Doubles, Flat 1, Wien (Österreich)
  • 2016 Everyday Tsunami, Aarhus/Holterbro/Hamburg